Allgemeine Themen der Schul- und Unterrichtsentwicklung

(Fortbildungsmaterialien)

 

Integration von Flüchtlingen in den gymnasialen Fachunterricht

Die Integration der Flüchtlingskinder in die rheinland-pfälzischen Schulen wird in den nächsten Schuljahren eine große Herausforderung darstellen. Sie kann als Weiterentwicklung der begonnenen Individualisierungs- und Inkludierungskonzepte verstanden werden, deren professionelle Bewältigung einiger konkreter Grundlagen bedarf. Die Willkommenskultur der Schulen und Studienseminare wird dabei im Informiertsein über kulturelle und schulische Voraussetzungen beginnen, allgemeine Integrationskompetenzen aufbauen und nutzen und konkrete Angebote zur Unterstützung der sprachlichen und kulturellen Integration anbieten müssen. Konzeptionelle Entwicklungen sind dabei sicherlich ebenso erforderlich wie die Bereitschaft zu indivduellem und praktischem Vor-Ort-Engagement.

 

Individualisierung als Herausforderung für den gymnasialen Fachunterricht
Lernerorientierter Unterricht ist zwangsläufig binnendifferenziert und individualisiert angelegt. Eine Verbindung dieses Anspruchs mit definierten und standardisierten Fachinhalten und -kompetenzen braucht allerdings stabile und praktikable Konzepte. Eine professionelle materiale und personale Steuerung des Unterrichts kann allen Ansprüchen gerecht werden.



"Inklusion" am Gymnasium
Sicherlich fehlt es kaum einer Kollegin und kaum einem Kollegen an Bereitschaft, sich in konkreten Vor-Ort-Situationen auf Schülerinnen und Schüler, die eine besondere Zuwendung benötigen, einzulassen. Konzepte zum Thema "Inklusion am Gymnasium" sind dabei allerdings noch kaum entwickelt. Ob das Thema - wegen der besonderen Herausforderungen eines jeden Einzelfalls - überhaupt auf einer grundsätzlichen Ebene gedacht und gepackt werden kann, muss sich vielleicht erst noch zeigen. Die Sammlung von Informationen verschiedenster Art, das Ausloten an Möglichkeiten, mit Förderschulen und Beratungszentren zusammenzuarbeiten, und der Austausch über gelingende Einzelfälle können vielleicht am Beginn der Suche nach grundsätzlicheren Wegen stehen.




Umgang mit der Verwaltungsvorschrift zur Lese- und Rechtschreibschwäche

Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die besondere Schwierigkeiten im Lesen und im korrekten Schreiben haben, nimmt stetig zu. Noch immer kursieren viele Unsicherheiten hinsichtlich Fördermöglichkeiten in Lern- und Leistungssituationen, der Bedeutung von außerschulischen Gutachten und der Rollen und Zuständigkeiten in Diagnose- und Unterstützungssituationen. Die Verwaltungsvorschrift aus dem Jahr 2007 klärt diese Aspekte recht unspektakulär und pragmatisch. Vielen Agierenden sind ihre Inhalte allerdings wenig bekannt. Das Klären einiger Eckpunkte reduziert Konflikte und Unsicherheiten und regelt die pädagogische und juristische Vorgehensweise.

 

Mit Lernaufgaben kompetenzorientiertes Lernen ermöglichen

Dass die Lehrerpersönlichkeit einen großen Einfluss auf Lernerfolg und Lernqualität hat, kann kaum bestritten werden. Ein wesentliches Element zur Steuerung und qualitativen Beeinflussung von Lernsituationen, die über das persönliche "Charisma" oder die vermeintliche "Begabung" hinausgeht, stellen gelungene Aufgabenkonzepte dar. Das Entwickeln "guter" Aufgaben ist ein wesentliches Thema der Unterrichtsentwicklung, der Lehrerausbildung und der Schulbucharbeit.

 

Förderung der Kompetenzen zum Lesen von Sachtexten

"Sachtexte" sind ein Hauptmedium der materialen Gestaltung und Steuerung von Lernprozessen. Nicht nur im Deutsch- und Sprachunterricht müssen differenzierte didaktische Positionen und professionelle methodische Vorgehensweisen berücksichtigt werden.



Hausaufgaben sinnvoll gestalten

Hausaufgaben als Thema der Unterrichtsentwicklung? - Gerade durch sinnvoll gestaltete und eingebundene Hausaufgaben lassen sich aktuellen didaktische und pädagogische Positionen - etwa aus der empirischen Pädagogik und der Neurodidaktik - unaufwändig und wirkungsvoll umsetzen. Der Blick auf das Thema "Hausaufgaben" lohnt sich.



Unterricht diskursiv gestalten
Den Fachunterricht ebenso schüler- wie zielorientiert personale steuern bzw. moderieren zu können, ist eine basale Qualifikation des gymnasialen Fachlehrers. Das Unterrichtsgespräch muss den Schülerinnen und Schülern ein Maximum ein Möglichkeiten zum eigenständigen Denken und Arbeiten geben und gleichzeitig immer wieder derart moderiert und gebündelt werden, dass eine gemeinsame, progressive "Arbeit an der Sache" ermöglicht und als sinnvoll erfahren wird.